Zwischen den Seen – in Michigan

Michigan stand schon immer auf meiner Liste der Staaten, die ich noch näher erkunden wollte. 2016 ergab sich die Gelegenheit. Ein günstiger Flug nach Chicago und der Plan, den Lake Michigan zu umrunden. Dafür waren 5 Wochen allerdings zu viel. Wir hatten deshalb unsere Route wesentlich ausgeweitet und waren noch für eine Woche in den Black Hills, South Dakota. Anschließend verbrachten wir noch ein paar Tage in Wisconsin mit einem speziellen Erlebnis.

Wenn wir solch eine Reise planen, die Unterkünfte buchen und zumindest einige Informationen sammeln, so wissen wir dennoch nie genau, was uns wirklich erwartet. Der Plan war, dass wir irgendwo im Norden Michigans in der Nähe eines der beiden Seen für längere Zeit bleiben wollten. Fahrtzeit ist für uns nie ausschlaggebend. Das Haus, für das wir uns dann entschieden hatten, lag daher etwa 8 Meilen östlich von Cheboygan in Cordwood Point am Lake Huron. Nach Mackinaw City waren es etwa 30 min Fahrtzeit. Und wir haben für uns entschieden: der Norden Michigans ist wunderschön!
Ein paar Eindrücke, die zugleich ja auch Reisetipps sein können, habe ich in diesem Artikel zusammengestellt.

Die Brücke, die Michigan verbindet

Die Brücke über die Mackinacstraße (Straits of Mackinac) verbindet den nördlichen Teil Michigans (upper peninsula) mit dem südlichen (lower peninsula). Sie ist eine der größten Hängebrücken der Welt. Ganz genau lässt sich das auf Grund der unterschiedlichen Konstruktionsansätze solcher Bauwerke nicht bestimmen. Ist aber auch egal. Die Brücke ist beeindruckend.

Mackinac Bridge - Michigan
Mackinac Bridge – Michigan

Unsere Route führte uns von Norden her direkt über die “Mighty Mac”. Aber egal, wo man sich in dieser Region bewegt, die Brücke ist weithin sichtbar. Abends lohnte sich der kurze Weg zum Strand bei herrlichem Sonnenuntergang. Und immer noch ist die Brücke sichtbar, obwohl rund 20 Meilen entfernt.

Straits of Mackinac - Mackinac Bridge
Lake Huron – Mackinac Bridge

Die Leuchtfeuer für Michigan

Die “Straits of Mackinac” waren schon immer eine wichtige Verbindung zwischen Lake Huron und Lake Michigan. Deshalb gibt es entlang der Küste immer noch viele Leuchttürme. Sie sind allerdings heutzutage meistens in privater Hand und werden von Stiftungen gepflegt, denn die moderne Seefahrt ist auf diese in der Unterhaltung teure Technik nicht mehr angewiesen. Aber es gibt sehr schöne, auch architektonisch reizvolle Leuchtfeuer, die anzufahren sich oft lohnt.

Zum Beispiel das “Old Mackinac Point Lighthouse” in Mackinac City. 1892 errichtet, blieb es bis 1957 in Betrieb. Es hatte eine Fresnel-Linse 4. Ordnung und konnte auf ca. 14 Meilen gesichtet werden. Nach der Eröffnung der Brücke wurde das Feuer nicht mehr benötigt und stellte den Betrieb ein.

Old Mackinac Point Lighthouse - Mackinac City
Old Mackinac Point Lighthouse – Mackinac City

Das Round Island Leuchtfeuer sieht man aus nächster Nähe auf der Fähre nach und von Mackinac Island. Es wurde 1895 errichtet und versah seinenDienst bis 1947. Vor dem totalen Verfall wurde es 1972 gerettet. Nach der Restauration wurde es anschließend in das nationale Register für offizielle Kulturdenkmäler aufgenommen.

Round Island Lighthouse - Straits of Mackinac
Round Island Lighthouse – Straits of Mackinac

Die Strände von Michigan

Die Ufer sind oftmals sehr steinig, aber gerade in den Städten gibt es auch schöne Strandabschnitte, wo man herrlich baden kann. Z.B. direkt unterhalb der “Mighty Mac”. Wir haben aber ebenso den Strand am Lake Huron in Cheboygan genutzt. Überschaubar, genug Platz, seichtes Wasser für kleine Kinder zum Plantschen. Das Wetter hat sich während unseres Aufenthalts dort von der besten Seite gezeigt. Die Größe der Seen lässt einen fast vergessen, dass es eben nicht Meer ist. Sondern nur fast.

Gordon Turner Park, Cheboygan, Michigan
Gordon Turner Park, Cheboygan, Michigan

Ausflug nach Mackinac Island

Einen Ausflug auf Inseln machen wir immer wieder gerne. Waren wir in Wisconsin gerade erst auf Madeline Island im Lake Superior, fahren wir nun nach Mackinac Island. Am reizvollsten ist wirklich die Fahrt mit der Fähre. Wenn sich das Schiff der Insel nähert, fällt der Blick auf das mächtige Grand Hotel, das so ziemlich den Charakter der Insel widerspiegelt. Es gibt unterschiedliche Fährangebote. Wer es rasant mag, nimmt die Jet-Fähre. Der lange Schweif ist weithin sichtbar auf dem See.

Grand Hotel Mackinac Island, Jet Ferry
Grand Hotel Mackinac Island, Jet Ferry

Mackinac Island ist eine Insel ohne Autos. Und reizvoll, auch das kann ich sagen. Wunderhübsche Häuser säumen die Straßen. Pferdefuhrwerke transportieren Koffer der Hotelgäste, Waren, Post, alles, was sonst ein Auto erledigen würde.
Wer will, kann sich mit der Kutsche umherfahren lassen oder ein Fahrrad leihen. Beides nicht, ohne viel Geld dafür ausgeben zu müssen. Im Sommer ist die Insel ein Touristenspot für Amerikaner. Entsprechend ist das Angebot an Geschäften sortiert. Nichts für uns. Wir erkunden ein paar Straßenzüge zu Fuß und nehmen mit der  nächsten Fähre Kurs zurück aufs Festland.

Mackinac Island - Häuserzeile
Mackinac Island – Häuserzeile

Wir haben noch einige Ausflüge mehr gemacht, waren in Petoskey, sind den “Tunnel of Trees” entlang der M 119 gefahren und haben immer wieder die herrlichen Ufer der beiden Seen genossen. Einiges andere konnten wir nicht mehr machen. Deshalb ist die Wahrscheinlichkeit, dass wir wieder einmal nach Michigan kommen, sehr hoch.

McGulpin Rock - Straits of Mackinac
McGulpin Rock – Straits of Mackinac, unterhalb des McGulpin Point Lighthouse

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