Yukon Territory – Sprungbrett nach Alaska

Der Weg nach Alaska ist das Ziel. Von Whitehorse im Yukon Territory geht es auf die große Runde, wir fahren eine “Big Eight”. Über Dawson, den Top of the World Highway nach Anchorage. Dann weiter zum Denali National Park und über Fairbanks zurück über den Alaska Highway nach Kanada. So ungefähr ist der Plan, der während der Reise insofern eine wesentliche Änderung erfährt, als dass wir länger in Alaska bleiben als zunächst vorgesehen.

Es fängt mit dem Gedanken an, nach Alaska zu kommen. Einen weiteren Staat der USA von der Liste zu streichen. Nach allem Planungs-Hinundher steht fest. Wir fliegen über Vancouver nach Whitehorse im Yukon Territory. Dort übernehmen wir für drei Wochen ein Wohnmobil und machen uns auf den Weg nach Alaska.

Unser Wohnmobil - das Zuhause für drei Wochen
Unser Wohnmobil – das Zuhause für drei Wochen

Der erste Tag endet nach Ankunft in Whitehorse, Shuttle zur Mietstation, Übernahme des Fahrzeugs, Gepäck einräumen, Auffüllen mit Benzin und Lebensmitteln auf einem Campground etwas außerhalb der Stadt. Alle anderen sind nämlich voll. Trotzdem, wir sind einigermaßen zufrieden, der Platz ist ruhig und die erste Nacht im Camper kann kommen.
Am nächsten Tag müssen wir nochmal zur Mietstation. Der Slide-Out funktioniert nicht. Das lassen wir reparieren. Dann halten wir noch am Visitor Center, um Informationen zu sammeln. Auch zum Supermarkt wollen wir nochmal, um unsere Liste zu vervollständigen. Und dann bleibt gar nicht mehr viel Zeit, um noch aus Whitehorse herauszukommen.

Yukon Territory – der Weg nach Norden

Wir machen uns auf dem Klondike Highway auf den Weg Richtung Dawson und übernachten auf einem kleinen RV Park in Carmacks, direkt am Ufer des Yukon.

Carmacks - Coal Mine Campground
Carmacks – Coal Mine Campground

Die Burger, die es dort gibt, werden immer wieder gepriesen, also gönnen auch wir uns einen. Für so mitten in der Wildnis echt gut, sollte man nicht denken.

Weiter geht es Richtung Dawson. Wir halten an einem Aussichtspunkt und blicken auf den Yukon River. Ein Trail geht zu den Five Finger Rapids, Stromschnellen, an denen viele Goldsucher auf dem Weg zum Klondike ihr Hab und Gut verloren. Mit einer technischen Meisterleistung des 19. Jahrhunderts wurde eine Fahrrinne mit Seilen und Winden versehen, um die Raddampfer einigermaßen sicher durch diese Felsen zu führen.

Yukon Territory - Five Finger Rapids
Yukon Territory – Five Finger Rapids

Der Trail ist schön, hat sich aber nicht unbedingt gelohnt. Die Sicht auf die Felsen ist nicht viel besser als oben auf dem Parkplatz und die Mücken haben uns gejagt!
Wir entscheiden uns, später den Klondike Highway zu verlassen und nach Mayo zu fahren. Ein winziges Nest, nicht einmal 300 Menschen sind hier zuhause. Überbleibsel der Geschichte auf der Suche nach Gold, die in einem schönen Museum im Ort abgebildet wird. Außerdem bekommen wir hier einen Stempel für den Yukon Explorer´s Passport, den wir im Visitor Center in Whitehorse mitgenommen haben.
Und jetzt wird es spannend. Wir wollen hier mitten im Nichts übernachten. Der Five Mile Lake Campground ist nicht sehr weit entfernt. Es ist ein staatlicher Platz, d.h., günstig, aber ohne Komfort. Das erste Mal also ohne hook-up.

Übernachtung auf dem Five Mile Lake Camground in der Nähe von Mayo
Übernachtung auf dem Five Mile Lake Camground in der Nähe von Mayo

Wir machen abends ein Lagerfeuer und grillen unsere Bio-Hamburger Patties aus dem Supermarkt. Die Nacht und der Morgen sind für mich unheimlich. Nicht ein einziges Geräusch draußen! Kein Auto, kein Flugzeug, keine singenden Vögel. Ein faszinierendes Erlebnis!

Der Ruf des Goldes

Nach dem Frühstück brummt aber wieder der Motor. Wir wollen nach Dawson, der sagenumwobenen Goldgräberstadt. Es ist ein weiteres Highlight auf unserer Fahrt im Yukon Territory.
Hier wurde Geschichte geschrieben. Zum Höhepunkt des Goldrausches Ende des 19. Jahrhunderts war Dawson zu damaligen Verhältnissen eine Großstadt und Hauptstadt des Yukon Territory.
Davon ist nicht mehr viel übrig geblieben. Der Begriff Stadt (zweitgrößte im Yukon Territory) ist eigentlich übertrieben. Nur die Hauptstraße bis zur Fähre ist asphaltiert. Es gibt einen General Store, bei dem wir zu horrenden Preisen noch Lebensmittel nachkaufen mussten.

Yukon Territory - Dawson City Hotel
Dawson – Downtown Hotel

Der Charakter der Stadt ist erhalten geblieben. Die Gebäude spiegeln die Geschichte der Stadt wieder. Man kann noch die Sehnsucht, Gold zu finden und reich zu werden, einatmen.

Haus - Schäden durch den aufgetauten Boden
Haus – Schäden durch den aufgetauten Boden

Das wir uns hier im subarktischen Bereich befinden, sehen wir an schiefen, unbewohnbaren Häusern. Sie wurden 1901 errichtet. Durch die ständige Wärme im Haus taut der Permafrostboden mit der Zeit auf, das Haus hat ohne spezielle Fundamente und Isolierung keine Chance. Wir sehen auf einigen Baustellen, dass selbst der Highway mit Wärmeisolation unterfüttert wird, um weitere schwere Straßenschäden zu vermeiden.

Claim #6 - die Suche nach Gold am Bonanza Creek
Claim #6 – die Suche nach Gold am Bonanza Creek

Auch wir folgen dem Ruf des Goldes: wir fahren hinaus zum Claim #6, wo man ohne Gebühr oder spezieller Erlaubnis nach Gold suchen darf. Natürlich ist hier schon jeder Zentimeter des Bodens mehrfach umgedreht und durchsiebt worden. Egal, wir wollen es versuchen.

On Top of the World – am Ende des Yukon Territory

Am nächsten Morgen geht es weiter. Wir wollen nach Alaska! Relativ früh reihen wir uns ein an der Rampe zur Fähre über den Yukon. Ein letzter Blick auf Dawson, dann schrauben wir uns mit unserem Wohnmobil nach oben.

Dawson - ein letzter Blick über den Yukon auf die Stadt
Dawson – ein letzter Blick über den Yukon auf die Stadt

Etwa 130 Kilometer lang, ausschließlich Schotterpiste, nur im Sommer geöffnet, kurvt der Top of the World Highway hoch oben entlang der Bergkämme mit atemberaubenden Aussichten über die Landschaft.

Hoch im Norden - auf dem Top of the World Highway
Hoch im Norden – die Schotterpiste des World Highway

Wir haben etwa 300 km vor uns, denn abends wollen wir in Tok, Alaska sein. Die meiste Zeit davon wird der Top of the World Highway brauchen. Vorsichtig fahren ist angesagt, eine Reifenpanne wollen wir uns nicht leisten.

Hoch im Norden - auf dem Top of the World Highway
Hoch im Norden – auf dem Top of the World Highway

Es ist ein Abenteuer. Eine anstrengende Fahrt, die aber auch immer wieder neue Ausblicke über die Landschaft eröffnet. Schließlich erreichen wir Little Gold Creek, die kanadische Seite der Grenzstation. Sie ist schon weithin sichtbar. Bevor es in einer langgezogenen Kurve nach unten geht, eröffnet sich der Blick über die Grenze hinweg nach Alaska.

Darüber berichte ich in einem anderen Artikel.

 

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