Die Black Hills – Heiliges Land der First Nation

Als wir 2016 unsere Tour um den Lake Michigan herum planen, merken wir, dass wir noch genügend Zeit erübrigen können, die Route auszuweiten. Den ersten Gedanken, bis zum Yellowstone National Park zu fahren, verwerfen wir relativ schnell. Aber bis in die Black Hills von South Dakota, das würde wunderbar passen. Also kommt es so. Eine Woche in den Black Hills, genauer: in Hill City mitten im Herzen der Berge.

Die Black Hills, das Gebirge ganz  im Westen von South Dakota, sind internationalen Touristen nicht unbedingt bekannt. Erst wenn der Name “Mount Rushmore” fällt, klickt es oft. Die Präsidentenköpfe! Hoch oben eingemeißelt in den Felsen. Das erste Mal sind wir dort im Frühjahr 1993. “Nur mal eben schnell” von Denver aus. An einem Tag hin und zurück, über 700 Meilen. Und wir sind schwer enttäuscht, daran erinnere ich mich noch. Es ist ein grauer Tag und als wir endlich das Monument erreichen, ist es so klein und unscheinbar, dass wir nur im Stillen denken: “und das ist alles???”.

Die Anfahrt zieht sich von Chicago aus natürlich ganz schön in die Länge. Wir brauchen etwa zwei Tage durch die endlosen Weiten der Prärie in Iowa und South Dakota, bevor die Black Hills in Sichtweite sind und wir uns dann endlich  in die Berge hoch auf etwa 1500 m schrauben.

Mitten in den Black Hills

Unser Blick auf die Stadt - Hill City mitten in den Black Hills
Unser Blick auf die Stadt – Hill City mitten in den Black Hills

Hill City ist im Sommer eine lebendige Stadt. Zur Main Street können wir zu Fuß laufen. Viele Motorradfahrer sind unterwegs und halten hier auf einen Drink oder Burger. Es gibt hübsche Läden und nette Restaurants entlang der Main Street.

Hill City - betriebsame Main Street
Hill City – betriebsame Main Street

Von diesem Ort aus werden wir in den nächsten Tagen einiges unternehmen. Hill City ist so zentral, dass wir alle Sehenswürdigkeiten ohne viel Aufwand erreichen können. Einzig die Tour in den Badlands National Park wird einen vollen Tag in Anspruch nehmen.

Mount Rushmore National Monument

1993 im Frühjahr. Es ist kühl, wolkenverhangen und nach langer Autofahrt kommen wir an. Bis auf den heutigen Tag erklären wir uns für verrückt, überhaupt so weit gefahren zu sein, nur um die Präsidentenköpfe am Mount Rushmore zu sehen. Und dann noch so eine Enttäuschung.

Mount Rushmore - George Washington, Thomas Jefferson, Theodore Roosevelt und Abraham Lincoln
Mount Rushmore – George Washington, Thomas Jefferson, Theodore Roosevelt und Abraham Lincoln

Jetzt aber haben wir einen herrlichen Tag erwischt. Wir sind gleich nach dem Frühstück los, brauchen ungefähr 20 Minuten und trotzdem fängt die Drängelei schon an. Die Köpfe wirken immer noch nicht größer, die Dimensionen kann man allenfalls erahnen, wenn man im Museum die Fotos vom Bau sieht.

Der “Presidential Trail” führt die Besucher auf einem angenehmen Spaziergang noch etwas näher heran und eröffnet andere Perspektiven auf das Monument. Sich die Zeit dafür zu nehmen lohnt sich.

Peter Norbeck Scenic Byway

Peter Norbeck Scenic Byway - ein Blick in die Black Hills
Peter Norbeck Scenic Byway – ein Blick in die Black Hills

Diese Fahrt hatte ich mir auf jeden Fall vorgenommen. Wir haben sie ein bisschen aufgeteilt auf mehrere Tage. Teil der Route sind der Needles Highway und die Iron Mountain Road, die sich auf beeindruckende Weise durch die Black Hills schlängeln. Immer wieder ergeben sich herrliche Ausblicke über die Landschaft oder die Straßenführung beeindruckt durch Felsengen oder Tunnel.

Needles Highway - Hood Tunnel
Needles Highway – Hood Tunnel

Einer der Höhepunkte auf dieser Tour ist natürlich “The Needles Eye”, eine Felsenformation, durch die mitten hindurch die Straße führt.

Needles Eye - Der Engpass auf der Panoramastraße durch die Black Hills
Needles Eye – Der Engpass auf der Panoramastraße durch die Black Hills

Auch am späten Nachmittag wird es eng hier, weil viele Touristen hier hindurch fahren wollen und er Andrang entsprechend groß ist.

Needles Eye Tunnel - Engpass auf der Panoramastraße
Needles Eye Tunnel – Engpass auf der Panoramastraße

Auch für uns wird es später ganz schön eng. Sicherheitshalber fahre ich bei der Fahrt durch den Felsentunnel die Seitenspiegel ein. Ein faszinierendes Erlebnis, hier hindurch zu fahren! Immerhin galt der Bau dieser Panoramastraße als schlichtweg nicht durchführbar. Aber es ist Amerika. Geht nicht gibt´s nicht. 1922 war es soweit, die Straße wurde eröffnet und für die Touristenströme freigegeben.

Wind Cave National Park

Bei schönstem Wetter sind wir losgefahren. Und landen kurz nach der Einfahrt in den Custer State Park in einen Stau, der eine sehr ungewöhnliche Ursache hat: eine wandernde Bisonherde auf dem Weg zu neuen Weiden.

Custer State Park - tierischer Stau
Custer State Park – tierischer Stau

Völlig unbekümmmert spazieren sie auf dem Highway entlang, bis sie lange Zeit später auf eine große Wiese abbiegen.

Der Wind Cave National Park besteht aus einem riesigen Höhlensystem, dass den hier ansässigen Stämmen als Heiligtum gilt. Hinein kommt man nur mit einer Tourführung. Unser Tourguide ist eine Lakota und sie erzählt schon, dass es ihnen Schwierigkeiten bereitet, dass Menschen heute so einfach hier hinein dürfen.

Wind Cave National Park - boxwork
Wind Cave National Park – boxwork

Unsere Tour soll eigentlich etwas über eine Stunde dauern. Daraus wird nichts. Während unser Tourguide die Höhle erläutert, geht das Licht dreimal aus und wieder an. Aha, ein Zeichen. Und richtig, der Ranger geht mit seinem Funkgerät ein paar Schritte zur Seite und nimmt Kontakt auf. Anschließend erklärt er uns, dass wir hier warten müssen. Oben tobt gerade ein Gewitter und aus Sicherheitsgründen dürfen wir die Höhle nicht verlassen.
Anfangs ist das auch noch lustig. Wir hören Geschichten über die Lakota und ihre Höhlen. Dann aber wird es langsam echt kalt. Die etwa 10 Grad sind für einen Daueraufenthalt in sommerlicher Kleidung nicht geeignet.

Gefühlt ziemlich durchgefroren kommen wir mit dem Fahrstuhl dann doch endlich wieder an der Oberfläche an. Ja, so kann es gehen. Zwei unerwartete Verzögerungen an einem Tag. Und auch noch mit einer Erinnerung an unsere Erlebnisse in Wisconsin.

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